Der Arbeitskreis Tourismus und Freizeit Reichshof ist mit 16 Fragestellungen an Bürgermeisterkandidat Rüdiger Gennies herangetreten.
Hier die Antworten von Herrn Gennies auf die einzelnen Fragen:

1. Welchen Stellenwert haben Tourismus und Freizeit für Sie im Reichshof?

Der Tourismus hat für mich einen hohen Stellenwert als Standortfaktor in unserer Gemeinde. In meiner Amtszeit als Bürgermeister haben wir gemeinsam viele touristische Projekte auf den Weg gebracht.

2. Werden Sie weiterhin den Heilklimatischen Kurort Eckenhagen fördern?

Selbstverständlich wird der Heilklimatische Kurort Eckenhagen im Rahmen der realistischen Möglichkeiten weiter gefördert. Wir prüfen aktuell inwieweit die Sparte "Gesundheitstourismus“ weiter ausgebaut werden kann.
Anmerkung: Die Überprüfung des Prädikats „Heilklimatischer Kurort“ ist positiv verlaufen und damit für die nächsten Jahre gesichert.

3. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie persönlich im Tourismus in Reichshof?

Nachteile sehe ich im Tourismus nicht für die Gemeinde Reichshof.
Im Gegenteil: in unserem sehr weitläufigen Gemeindegebiet haben wir viele Möglichkeiten für touristische Angebote bereits genutzt und weiteres Potential bietet sich im Rahmen des Freizeit- und Tourismuskonzeptes, das gemeinsam im Arbeitskreis Freizeit und Tourismus erarbeitet wurde.
Zu einer zukunftsorientierten Gemeinde gehört ein attraktives Freizeit- und Tourismusangebot als wichtiger Standortfaktor und eine aktive Beteiligung der Akteure in diesem Bereich.

4. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung vom monte mare bei gleichzeitiger Fertigstellung weiterer Freizeitbäder in benachbarten Kommunen?

Mit der Restrukturierung und der umfassenden energetischen und technischen Modernisierung des Freizeitbades hat die monte mare Reichshof Betreibergesellschaft die richtigen Weichen gestellt, um u.a. auch dem zunehmenden Konkurrenzdruck zu begegnen.
Ein funktionales Sportbad dient dem Schulschwimmen und dem sportlichen Schwimmen für die Badbesucher. Gleichzeitig bietet die Sauna- und Wellnesslandschaft für Einheimische und auswärtige Gäste ein umfassendes und in jeder Hinsicht konkurrenzfähiges Angebot in der Region.
Ich sehe uns daher mit der Einrichtung gut aufgestellt.

5. Was wollen Sie unternehmen, damit das monte mare wieder einen Freizeitwert bekommt und nicht ein reines „Sportbad“ bleibt?

Die Sauna- und Wellnesslandschaft bietet ein hohes Maß an Freizeitwert mit Liegemöglichkeiten und einem Restaurant zur Stärkung und zum Entspannen nach dem Saunabesuch.
Die Ausrichtung des Sportbades wird aus meiner Sicht nicht verändert, da es sich bewusst um ein sportliches Schwimmangebot handelt, in dem Speisen und Getränke aufgrund der Verweildauer nicht angeboten werden. Eine Entwicklung in Richtung des früheren Freizeitbades ist nicht beabsichtigt.

6. Wie vereinbart sich ein neues Gewerbegebiet (Emissionstufe 1) in Verbindung mit einem heilklimatischen Kurort, naturnahem Tourismus oder dem Naturschutzgebiet Puhlbruch/Silberkuhle?

Im Rahmen der Gewerbeflächencharta Oberberg werden Suchräume für interkommunale Gewerbegebiete entwickelt. An diesem zukunftsorientierten Prozess zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region für die kommenden Jahrzehnte beteiligt sich die Gemeinde Reichshof selbstverständlich.
Im Rahmen der notwendigen Untersuchungen müssen alle Vor- und Nachteile, sowie die Beeinträchtigungen auf die Bevölkerung, den Artenschutz und alle anderen standortrelevanten Problematiken in den politischen Gremien abgewogen werden, um eine Entscheidung für oder gegen ein neues Gewerbegebiet treffen zu können.

7. Würde es mit Ihnen eine Privatisierung von Kurverwaltung und Tourismus geben?

Es sind verschiedene Lösungen zur Organisation des Tourismus denkbar, wie z.B. Genossenschaft, Verein oder GmbH.
Mit einer Genossenschaftslösung habe ich mich bereits grob beschäftigt. Weitere vergleichende Untersuchungen zu anderen Organisationsformen müssten erfolgen, um das Pro und Contra der sich bietenden Möglichkeiten abzuschätzen.
Aktuell sind wir mit der Kurverwaltung in der jetzigen Konstellation recht gut aufgestellt.

8. Wie würde Ihre Unterstützung für junge touristische Unternehmen in unserer Gemeinde aussehen?

Im Rahmen der Wirtschafts- und Tourismusförderung können wir die Jungunternehmer/innen dabei unterstützen geeignete Grundstücke oder Gebäude zu finden und die planungs- und baurechtlichen Fragestellungen für das Geschäftsfeld mit dem Kreisbauamt und der Bezirksregierung klären. Wir stellen Kontakte zur Klärung von finanz- und fördertechnischen Fragen zur Wirtschaftsförderung des Kreises und den Banken und Sparkassen her.
Wirtschaftsförderung und Tourismusförderung sind im Fachbereich des Bürgermeisters angesiedelt und genießen daher eine sehr hohe Priorität.

9. Würden Sie ein Tourismus- und Marketingkonzept im Rat zur Abstimmung bringen?

Das aktuelle vom Arbeitskreis entwickelte Freizeit- und Tourismuskonzept wurde mit Zustimmung der im Rat vertretenen Fraktionen ohne politischen Beteiligung erstellt und vom damaligen Vorstand des Arbeitskreises im Gemeinderat vorgestellt.
Wenn der Arbeitskreis bei einer Fortschreibung des Konzeptes einen politischen Beschluss im neuen Gemeinderat wünscht, werde ich diesem Wunsch entsprechen und eine Beratungsvorlage in die Gremien einbringen.

10. Wie würden Sie die Zusammenarbeit zwischen Rathauspersonal und touristischen Betrieben fördern?

Die Förderung von Wirtschafts- und Tourismusbetrieben haben im Rathaus und der Kurverwaltung eine hohe Priorität. Im Rahmen der rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten werden zeitnahe Lösungen für verschiedenste Interessen und Anliegen gesucht. Der Bürgermeister steht mit seinem Team jederzeit und zeitnah für Gespräche zur Verfügung.

11. Wie gehen Sie mit Kritik unserer Feriengäste um, dass es zu wenig Mülleimer an den Wanderwegen gibt?

Wer Sich verantwortungsvoll in der Natur bewegt, sollte unbedingt seinen Abfall aus mitgeführten Speisen und Getränken in seinem Rucksack wieder mit nach Hause nehmen.
Zahlreiche Papierkörbe im Gemeindegebiet führen zu hohen Abfallmengen und fördern den wilden Mülltourismus. Eine Ausweitung der Anzahl von Abfallkörben ist daher nicht zielführend. Weiterhin fehlen die personellen und finanziellen Ressourcen, um die Abfallkörbe regelmäßig zu entleeren. In anderen Wanderregionen wird ähnlich verfahren und die Bereitstellung von Abfallkörben auf ein Minimum beschränkt.

12. Gibt es dann wieder einen neuen Aussichtsturm an der Wiehltalsperre?

Einen neuen Aussichtsturm soll es nach meiner Auffassung geben. Ich habe mich bereits mit verschiedenen Konstruktionen und den nicht unerheblichen Kosten beschäftigt.
Ebenso mit der Frage der Finanzierung durch Fördermöglichkeiten. Hier setze ich auf den neuen Förderwettbewerb der EU, der jedoch interkommunal ausgerichtet werden muss. Die Standortfrage ist noch nicht endgültig geklärt. Persönlich favorisiere ich eine exponierte Stelle am Panoramasteig (z.B. im Umfeld des Blockhauses). Ggf. könnte man einen Aussichtsturm mit einem Naturfreundehaus zur Natur- und Umweltbildung kombinieren und zahlreiche Besucher anziehen.

13. Wird es mit Ihnen die Einführung einer Pferdesteuer in Reichshof geben?

Diese Überlegung gibt es zur Zeit nicht. Sollte die haushaltswirtschaftliche Lage sich in Richtung Haushaltssicherung oder Nothaushalt verschärfen, wäre die Gemeinde gesetzlich gezwungen alle denkbaren Einnahmemöglichkeiten zumindest zu prüfen und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.

14. Unterstützen Sie dann Großwindanlagen im Naturschutzgebiet Silberkuhle?

Die Gemeinde Reichshof ist aufgrund der rechtlichen Vorgaben gehalten der Windkraft substantiell Raum zu verschaffen.
Aus verschiedenen Windpotentialuntersuchungen von Anlagenbetreibern und einem örtlichen Energieversorger gibt es in Reichshof zwei grundsätzlich denkbare Windkraftpotentialgebiete. Zum einen im Bereich der heute bereits bestehenden Vorrangflächen bei Erdingen/Odenspiel und zum anderen im Bereich südlich und nördlich der Autobahn A4 im Bereich der Silberkuhle. (außerhalb des Naturschutzgebietes in Richtung Gemeindegrenze Drolshagen/Wenden). Diese Potentialgebiete müssen umfangreichen gutachterlichen Untersuchungen z.B. zum Arten- und Naturschutz unterzogen werden. Gleichzeitig ist unbedingt auf die Einhaltung
von Mindestabständen zur Wohnbebauung zu achten, um die Emissionen so gering wie möglich zu halten. Nach der Sommerpause wird das Thema in die Ratsgremien zur Beratung und Festlegung der weiteren Vorgehensweise eingebracht.
Wir müssen das Thema fachlich und sachlich fundiert bearbeiten, um gerichtsfest darüber entscheiden zu können, ob es ein weiteres Potentialgebiet für Windkraft gibt oder nicht.
Die Windkraftgebiete werden nicht weiterverfolgt, wenn Arten- und/oder Naturschutz durch gutachterliche Feststellung dieser Absicht entgegenstehen.

15. Fördern Sie weiter den Erhalt des Bürgerbusses?

Selbstverständlich werde ich mich weiterhin für den Bürgerbus einsetzen. Er ist ein wichtiges Instrument zur Verbesserung des ÖPNV auf ehrenamtlicher Basis.
Mein herzlicher Dank gilt allen Aktiven im Bürgerbusverein Reichshof.

16. Der Arbeitskreis Tourismus und Freizeit setzt sich seit 3 Jahren dafür ein, Reichshof als Ganzes zu sehen und nach außen zu präsentieren. Wie würden Sie den AK in Zukunft dabei unterstützen?

Ich stehe voll und ganz hinter dem Arbeitskreis Tourismus und Freizeit und seinem Orgateam und werde meine Unterstützung wie in den vergangenen Jahren uneingeschränkt weiter leisten.
Zielrichtung muss es zukünftig sein, sich noch weiter interkommunal mit den Nachbarkommunen zu vernetzen. Dazu ist es mir gelungen, dass Reichshof in den „Kooperationsraum Homburger Ländchen“ aufgenommen wird.
Rund um „Panarbora“ Waldbröl soll die Vermarktung der Region aktiv gestaltet werden. Hier wirken zum Beispiel mit: Waldbröl, Wiehl, Nümbrecht, Windeck, Reichshof und der Oberbergische Kreis sowie die Naturarena Bergisches Land.
Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen unsere Gemeinde mit ihren Stärken im gesamten Gemeindegebiet weiter vermarkten und gemeinsam weiterentwickeln.

 

CDU Nordrhein-Wetsfalen

CDU Oberberg